Die im Wallis wohnhafte Grenchnerin, die an den Europameisterschaften in der Slowakei nur den 21. Rang erreicht, hat ihr bestes Resultat seit diesem Frühling erreicht, nachdem sie bei der Rückkehr vom ersten Weltcuprennen in Südafrika erkrankte.
Saner Guinchard eröffnete die Saison 2011 mit vielversprechenden Resultaten, wie dem Sieg am Maremma Cup in Italien. Der grosse Trainingsaufwand während des Winters brachte aber bisher nichts, da sie nach einem Sturz im Weltcuprennen von Pietermaritzburg an einer Lungenembolie erkrankte.
Ein lange Pause während des Frühlings
Danach musste sie auf zahlreiche Rennen während einer langen Periode verzichten, bevor sie wieder mit der Weltelite anfangs Juli am Weltcuprennen in Mont Sainte Anne, in Québec, an den Start ging. Zuvor erreichte sie einen sehr guten 5. Rang am ‚Racer Bikes Cup‘ in Chur.
Die Leistungssteigerung und Rückkehr an die Weltspitze war lang und mühsam. Die frühere Downhill-Fahrerin brauchte viel Geduld und Ausdauer, da sie unter den besten der Weltelite klassiert war. Die Medikamente, die Marielle während der letzten Monate zu sich nehmen musste, hinderten sie doch an Spitzenleistungen, Kraft und Energie.
Die Leaderin des Team BikePark.ch konnte sich am vorletzten Weltcuprennen der Saison 2011 gut in Szene setzen und Selbstvertrauen tanken. Im Short-Track Rennen, das am Freitagabend stattfand, fuhr sie auf den guten 7. Rang. Am XCO Rennen von gestern gewann vor tausenden von Zuschauern der Lokalmatador, Jaroslav Kulhavy. Saner-Guinchard fand ihr ‚altes‘ Renngefühl wieder und fuhr auf den hervorragenden 17. Rang.
"Ich fühlte mich gut vom Start weg und fand schnell das schelle Renntempo. Das ist sehr wichtig, denn mit der Startnummer 43 startete ich aus der 5. Startreihe", erklärte sie nach ihrer Rückkehr in die Schweiz.
"Ich konnte viele Konkurrentinnen in der Startrunde überholen und dieser 17. Rang freut mich sehr. Zumal gibt er mir Selbstvertrauen, und ich weiss nun wieder, dass ich ganz nach vorne kann. Ich denke und hoffe, dass ich diese Leistungssteigerung in den kommenden Wochen fortfahren kann".
Stärker im Kopf und in den Beinen.
" Der grosse Unterschied zu den letzten Wochen war sicherlich, dass ich mich am Start stärker fühlte, so wie die Beine als auch im Kopf. Ich hatte Vertrauen, und ich habe in den letzten Monaten hart gearbeitet. Ich bin noch nicht im Besitze meiner ganzen Kräfte.
Ich habe manchmal schwierige Momente, und es fehlt mir etwas an Energie, doch dies verbessert sich hoffentlich auch noch.
Marielle Saner-Guinchard wird noch zwei wichtige Testrennen vor den Weltmeisterschaften in Champéry bestreiten. Nächsten Samstag startet sie am Weltcupfinale auf der früheren Weltmeisterschaftsstrecke in Val die Sole. Eine Woche vor Champéry fährt sie ein Rennen in Bern, das die ganze Elite des MTB-Landes vereint.
" Letztes Jahr in Val di Sole habe ich gelitten. Die Strecke hat sehr viele Steigungen, doch diese Jahr haben sie die Strecke geändert", meint sie. "Ich hoffe, dass es nicht zu warm ist, und ich will erneut in die Top-20 fahren, wenn alles gut läuft", fügt sie hinzu.
"Unser Material von Scott ist sehr gut, wir führen auch noch einige Tests im Hinblick auf Champéry durch. In unsrem Material habe ich auf aller Fälle volles Vertrauen".
" Ich weiss, dass ich keinen Schritt für eine super Form in den nächsten Wochen verpassen darf, doch während eines Rennens ist es schwierig, seine volle Leistungskapazität zu messen. Man muss natürlich seine Limiten perfekt kennen, um sich stets weiter zu verbessern. Ich weiss, dass ich wieder bereit bin, alles zu geben, zu leiden und einen hohen Renn-Rhythmus während einer langen Zeit durchhalten kann. Das ist sehr gut für die Moral. Jedenfalls war es ein weiter Weg! Ich bin wirklich zufrieden mit meiner Leistungssteigerung in den letzten Wochen. Die WM-Strecke im "Grand Paradis" kenne ich sehr gut, und dies sollte auch einen Vorteil für diese Weltmeisterschaften sein. Ich fühle mich wohl darauf und mit etwas Glück kann ich wiederum ein super Resultat fahren", meint noch Marielle, die vor ihrem Heimpublikum am Weltcup im Juli 2010 in die ersten 10 fuhr.
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